Sprachbildung / Sprachförderung


Sprache ist Denken, Sprache ist Macht, Sprache ist Heimat, Sprache ist der Schlüssel zur Integration, Sprache ist Zukunft, Sprache ist wichtig und fördert das soziale Miteinander!

Stellenwert der Sprachförderung für unsere Tageseinrichtung:

Sprachförderung hat auch in unserer Tageseinrichtung einen hohen Stellenwert.
Einer der Schwerpunkte der Tageseinrichtung, ist die Arbeit mit 15 Kindern unter 3 Jahren. Da wir im Sommer das zweite Kind gehörloser Eltern aufnehmen, bekommt auch hier die sprachliche Förderung dieser Kinder noch mal einen besonderen Stellenwert.
Hier wird die Sprachförderung von Anfang an, im besonderen Maße begleitet.
Aufgrund des sozialen Umfeldes gibt es nur eine kleine Anzahl von Kindern mit Migrationshintergrund und Zweitspracherwerb.
Diese geringe Anzahl von Kindern hat in der Sternschnuppe beste Voraussetzungen für den Erwerb der deutschen Sprache, durch das Sprachbad das diese Kinder im Alltag erhalten.
Ein weiterer Schwerpunkt der Einrichtung ist die Unterstützung von Kindern mit besonderem Förderbedarf (Einzelintegration), die häufig auch sprachlich retardiert sind. Auch hier bedarf es besonderer Sprachfördermaßnahmen und einem besonderen Augenmerk von geschultem Personal.
Im Rahmen der Kooperation von Grundschulen und Kindergärten in Recklinghausen, ist ein Bildungsvereinbarung Sprache entstanden die, unter anderem, als Grundlage für unsere Spracharbeit dient.

Formen der Sprachförderung:

Sprachförderung findet an vielen Stellen des Alltages im Kindergarten statt.
Situationen in denen Sprachanlässe genutzt werden und in denen besonders auf Sprache geachtet wird, sind:

- Morgenkreise/Abschlusskreise
- Bilderbuchbetrachtungen (es gibt ein großes Angebot an Bilderbücher und eine Elternbücherei)
- Vorlesen in Kleingruppen durch einen Vorlesepaten 1 mal wöchentlich von Oktober bis Februar
- Regelspiele z.B. Memory, Reimspiele, u.v.m.
- Schnuppis (musikalische Früherziehung) - Sprachförderung durch Musik 1 mal wöchentlich für Kinder von 3-6 Jahren
- Exkursionen / Naturbeobachtungen/Experimenten
- Frühstück und Mittagessen (Initiieren von Sprachanlässen bei den Mahlzeiten)
- Beim Wickeln, Anziehen
- Fingerspiele/Kreisspiele
- In Konfliktgesprächen (Plappermaul)
- Erzählschnecke (Wer die Kugel hat, darf sprechen)
- Begleitung von Rollenspielen
- Begleitung von Konstruktionen/Bauwerken auf dem Bauteppich
- Beim Malen und kreativen Gestalten
- Bewegung und Sprache (z.B. Bewegungsstunden zu bestimmten Themen)
- Kostenloses Ausleihen von Bilderbüchern für Eltern und Kinder der Einrichtung
- Mo. und Fr. ,gezielte Sprachförderung in der Untergruppe ( 3-5 Kinder mit einer Erzieherin)

In allen Spielsituationen werden die Kinder darin bestärkt, ihre Gefühle, Gedanken und Ideen zu formulieren. In Konfliktsituationen werden die Kinder unterstützt, mit eigenen Worten Probleme zu lösen und Kompromisse zu schließen. Die Erzieherinnen verstehen sich als sprachliches Vorbild, daher schenken sie den Kindern echtes Interesse und Aufmerksamkeit, geben ihnen Zeit die richtigen Worte zu finden, sprechen mit den Kindern in vollständigen grammatikalisch richtigen Sätzen und korrigieren Kinder nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern wiederholen den Satz noch einmal richtig für das Kind. (Beispiel: Kind: „Meine Mama is detommen.“ Erzieherin:“ Ja richtig, deine Mama ist gekommen“.)
Das Sprachverhalten von Kindern wird regelmäßig beobachtet und dokumentiert. Bei Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung führen wir Elterngespräche und stellen bei Bedarf Kontakte zu Therapeuten her. Gemeinsame Gespräche mit Therapeuten und Eltern sollen die ganzheitliche Förderung durch alle Beteiligten sicherstellen.
Kinder mit anderer Muttersprache werden gezielt in Einzel- und Gruppenarbeit, in Anlehnung an bestimmte Förderprogramme, gefördert.
Kinder im letzten Kindergartenjahr nehmen die Kinder am Präventionsprogramm „Bielefelder Screening“ teil, um eine evtl. bevorstehende Lese-Rechtschreib-Schwäche frühzeitig zu erkennen und festgestellte Defizite, noch vor der Einschulung aufzuarbeiten.
Für die Kinder im letzten Kindergartenjahr wird des Weiteren das Alpha-Projekt durchgeführt, dass die Kinder bereits langsam und je nach Neigung und Interesse an die Schriftsprache heranführt.
In der Typ2 Gruppe(Krippe) wird die Sprachförderung durch Einbeziehung der Babyzeichensprache unterstützt. Hier werden bereits bevor die Kinder sich artikulieren können, Sprache mit Zeichen verknüpft und so den Kindern die Möglichkeit gegeben, sich in bestimmten Bereichen bereits ohne Worte auszudrücken. Die Kommunikation und die Anwendung der Babyzeichensprache wird immer sprachlich begleitet.


Methoden und Ziele unserer Sprachförderung:

Ziel der Sprachförderung ist es, den Kindern die bestmöglichen Unterstützung im Verlauf ihrer Sprachentwicklung zu bieten, sodass Kommunikation uneingeschränkt möglich ist und die Kinder nach der Einschulung in der Lage sind dem Unterricht zu folgen.
Dieses Ziel soll in erster Linie durch vielfältige Erfahrungen in allen Bereichen, durch Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit der Umwelt erreicht werden.

Methoden und Verfahren die in unserer Tageseinrichtung zusätzlich angewandt werden:
- Literacyerziehung – Die Alphas –2 wöchiges Projekt im letzten Kindergartenjahr
- SISMIK und SELDAK
- BISC und ggf. HLL – Testverfahren und bei Bedarf Förderprogramm
- Delfin (Testverfahren durch Grundschullehrer im Haus) – Bei Bedarf Fördermaßnahmen durch Erzieherinnen oder andere Fachkräfte
- Das bin ich (Material wird etwas verändert eingesetzt, teilweise mit Ansätzen von Elleressemenne (Dr. Klatt) kombiniert.
- Elleressemenne - Einsatz einzelner Themenbereich nach Bedarf
- Sprachförderspiele
- Testverfahren „Zauberdiplom“ für Lernvoraussetzungen von Schulanfängern. Hierbei werden die Bereiche: Phonologische Bewusstheit, Vorzahlige Einsichten, Körperkoordination, Fein- u. Graphomototik, Informationsverarbeitung (mit Sprache und Merkfähigkeit) spielerisch beleuchtet um den Iststand des Kindes darzustellen und zu fordern und zu fördern.
- Zwergensprache (Babyzeichensprache)
- Anwendung einzelner Gebärden aus der DGS (Deutschen Gebärdensprache)

 

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Das Bielefelder Screening
BISC ist die Abkürzung für Bielefelder Screening,ein normiertes Test-Verfahren zur Früherkennung von Lese- Rechtschreibschwierigkeiten bei Vorschulkindern (10 Monate bzw. 4 Monate) vor der Einschulung. „Das Testverfahren erlaubt die zuverlässige und objektive Erfassung spezifischer vorschulischer Schriftsprachvoraussetzungen und besitzt hohe prognostische Validität für später auftretende Lese-Rechtschreibschwierigkeiten in den ersten beiden Schuljahren“.

Zu den grundlegenden Bedingungen für das Lernen von Lesen und Schreiben gehörten besonders:
- Die phonologische Bewusstheit
- Das Aufrnerksamkeitsverhalten
- Der Zugriff auf das Gedächtnis

Das BISC wurde auf Grundlage dieser Erkenntnis entwickelt. Alle Ergebnisse werden in einem Protokollbogen während der Testdurchführung vermerkt und anschließend ausgewertet.
Ein Risiko besteht, wenn ein Kind mehr als drei Risikopunkte bekommen hat.
In diesem Fall wird das Kind mit Hilfe des Förderprogramms HLL „Hören, Lernen, Lauschen“ spielerisch in Kleingruppen gefördert. Die Ergebnisse werden den Eltern mitgeteilt. Das Testverfahren wir ausschließlich von zusätzlich geschultem Personal durchgeführt.